Zu Besuch bei Freunden und auf dem Weg ins Finale!

Cottbus

Ende der Reise

15.073 Kilometer Rad

Zwei gute Nachrichten zuerst:

            1. Ich bin gesund zurück!

            2. Die Flasche 10 Jahre alten Portwein aus Porto/Portugal hat ihr Ziel heil erreicht.

Aber ich möchte euch noch ein wenig von meinen Tagen durch das schöne Frankreich und den letzten Kilometern erzählen.

Frankreich ist ein tolles Land und lässt sich super mit dem Fahrrad erkunden oder auch per Caravan, in dessen Genuss ich aber nie gekommen bin. Kleine idyllische Orte und abwechslungsreiche Landschaft bekam ich von den Pyrenäen über Limoges, Nevers, Troyes nach Reims und Metz – alle Städte touristisch sehr gut erschlossen – zu sehen. Ich orientierte mich weiter an den Routen des Camino de Santiago, um in der einen oder anderen Pilgerherberge zu übernachten. Meist fuhr ich einfach zu den office de tourisme, um mich dort zu informieren. So auch an dem Tag als ich in Saint Sever ankam. Nach 6 Stunden Radfahren bei 6-8 Grad, Dauerregen und 75 Kilometern freute ich mich auf ein Bett und eine heiße Dusche, denn mir war kalt und ich war bis auf die Haut durchnässt. Höflich fragte ich die Dame in der Touristen-Info ob die Pilgerherberge noch frei ist und sie meinte ja. Aber nicht für Radfahrer! Wie jetzt? Nicht für Radfahrer? Nur für Pilgerer zu Fuß. Können wir nicht eine Ausnahme machen, fragte ich? Sie nur „nein, können wir nicht“ in 20 Kilometern sei der nächste Ort. Ich sollte doch da mal nachfragen. Es regnet draußen aus Kübeln und nach einer kleinen Diskussion mit ihrem und meinem gebrochenem Englisch, was die Situation auch nicht besser machte, meinte sie nur „Selavie“ und gab mir damit zu verstehen, dass sie das nicht interessierte. Okay, das reichte mir und ich verabschiedete mich mit einem freundlichen „Mercy du Kuh“, denn sie verstand mich ja eh nicht. Deprimiert ging ich raus in den Regen, stieg auf mein Fahrrad, rastete meine klitschnassen Schuhe in die Klick-Pedale und bin noch einmal 20 Kilometer gefahren. Zum Glück war das die einzigste negative Erfahrung dieser Art in Frankreich und die Leute sonst waren aufgeschlossen und freundlich. Später setze ich meine Heimreise wie immer bei Wind, Sonne und Regen fort. Ich übernachtete in zum Teil kostenlosen Herbergen und habe auch hier interessante Leute kennen gelernt.

Vor einpaar Wochen fing ich an die letzten 14 Tage der Reise zu planen. Ich wollte auf dem Weg durch Deutschland einige Freunde besuchen, die auf meinem Weg waren. Ich schrieb E-Mails und fragte nach. Ich hörte von allen ein „Ja, solange du möchtest“. Das gab mir Kraft und Motivation für die letzten 1.000 Kilometer. Aber meine Besuchsrunde sollte nicht erst in Deutschland beginnen. Recht kurzfristig änderte ich nach Absprache meine Route und bin noch nach Reims (nordwestlich von Paris) gefahren, um dort zwei Freunde zu besuchen, die wir mit Matthias dreimal während unserer Reise in Asien getroffen hatten. In der Transsibirischen Eisenbahn hatten wir sie kennen gelernt, in der Mongolei wieder getroffen und sie in Bangkok zum Kochen zu uns eingeladen. Jetzt waren es die ersten Freunde, die ich wieder sah.

Nach dem Motto: „Ich hatte schon viele Ecken von Frankreich gesehen - auch von früheren Reisen. Ich hatte fast ganz Frankreich erkundet. Was? Ganz Frankreich? Nein! Ein kleiner Ort in der Nähe von Reims hatte sich mir noch entzogen. Fismes, das ist ein kleiner Ort in der Champagne (-; „ Wieso ich das so schreibe? Weil das der Geburtsort des Mitautors und Zeichners von Asterix und Obelix ist. Als ich später bei Dann und Amaury zu Besuch war, erzählten sie mir, dass es in der Gegend viele Wildschweine gibt und ich entdeckte gleich die Parallelen zu den Comics … (-: Ansonsten verbrachten wir schöne Tage mit Besichtigungen des Ortes und der Kathedrale Notre-Dame in Reims. Von der ganzen Familie wurde ich mit echt französischen Köstlichkeiten fast königlich bewirtet. Um den Aufenthalt abzurunden, floss echter Champagner aus der Champagne!!!

Deutschland ist in Sicht!

Vor 341 Reisetagen verließ ich Deutschland. Am 10.06.2013 überquerte ich die Grenze wieder und hätte mir ausnahmsweise gewünscht, einen Einreisestempel in den Reisepass gedrückt zu bekommen (-; Bekam ich aber nicht!!! In Saarbrücken angekommen, hatte ich gleich das Gefühl, dass Deutschland ein dicht besiedeltes Dorf ist. Die Entfernung zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern kam mir vor wie die Strecke von Kolkwitz nach Cottbus … kleines Deutschland (-;

Schnell war ich in Frankfurt am Main, um Matthias und Maj einen Besuch abzustatten. Die Wiedersehensfreude war groß und wir verbrachten einen tollen Abend bei leckerem Essen. Natürlich tauschten wir uns ausführlich über die vergangenen Tage, Monate und Erlebnisse aus.

An dieser Stelle nochmals ein ganz besonders lieber Gruß an meinen Reisegefährten Matthias Schmerl – DANKE für die gemeinsame Zeit – was für ein Gaudi (-:

Mein weiterer Weg führte mich nur ein paar Kilometer weiter zu Kay und Kristin mit Besichtigung einer Feuerwehrwache, Grillen und „Gassi gehen“ mit Bruno verbrachten wir die Zeit. Beim Chillen am Mainufer gesellte sich noch Jessica dazu, die extra aus Kitzbühl angereist war.

Das waren aber nicht die einzigen Freunde, die ich besuchen wollte. In Leipzig war ich bei Julius und seiner Tochter Lara und bei Katrin. Nach 120 Kilometern im strömenden Dauerregen besuchte ich in Dresden Paul und Tina und traf mich mit Johannes, Sabrina und Stefan. Johannes erhielt dort im Namen von Matthias und mir die noch älter gewordene Flasche 10 Jahre alten Portwein aus Porto/Portugal für seine Unterstützung bezüglich der Homepage.

Den Freunden in Frankfurt a. M., Leipzig und Dresden an dieser Stelle liebe Grüße und ganz herzlichen Dank für die tolle Zeit!

Als ich nun um die kostbare Flasche Portwein leichter war, ging es zu meinem Bruder und Familie nach Dresden-Langebrück. Annelie, Elias, Karin und Raik warteten schon auf der Straße, um mich in Empfang zu nehmen. Riesig war die Freude alle wieder zu sehen und ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht lange weg war… Auf der vorletzten Etappe Richtung Cottbus begleitete mein Bruder Raik mich. Karin und die Kinder kamen mit dem Auto nach. Unser nächstes Ziel war Lubochow bei meinem ehemaligen Arbeitskollegen Ronny und seiner Freundin Jenny. Wenn man mal davon absieht, dass Elias die Haus- und Hofkatze von Ronny badete und sich selbst gleich mit … „AUWEIA!!!“, verbrachten wir alle dort wunderschöne Stunden bei köstlichem Essen und guten Gesprächen.

Jenny und Ronny es war schön bei euch … DANKE!!!

Finale nach 365 Tagen!!!

…..Vor einem Jahr am 01.07.2012 um 9.00 Uhr ging es für uns auf, zu neuen Abenteuern in die weite große, zum Teil unbekannte Welt. Wir fuhren mit dem Fahrrad durch Ost-Europa bis nach Sankt Petersburg/Russland. In Moskau stiegen wir nach 52 Reisetagen in die Transsibirische Eisenbahn. Es war eines der größten Abendteuer auf dieser Reise. Am Baikalsee, der so klar war wie ein wolkenloser Himmel, fuhren wir in Richtung Mongolei um dort Bekanntschaft mit Dschingis und Kahn zu machen. Wir übernachteten in einer Jurte und zogen rastlos wie Nomaden weiter in das Land der aufgehenden Sonne, um dort auf der Chinesischen Mauer zu spazieren und das Land (China) zu erkunden. China ein Land wo die Gegensätze nicht größer sein könnten. In Vietnam radelten wir an der Küste des Süd-Chineschen-Meeres bis nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Wir badeten und tauchten in der Halong Bay. Wir eroberten Asien und erweiterten unseren Horizont. Von Singapur aus ging es zurück nach Europa, wo sich unsere Reisewege mit Matthias trennten. Nach dem Vulkan Ätna und der Papstwahl war ich fast um das halbe Mittelmeer gefahren. In Portugal, entlang des Atlantiks, fuhr ich nach Santiago de Compostela. Über den Camino de Santiago, dem Jakobsweg, ging es nach Hause. Ich war in 20 Ländern, bin an 174 Tagen Rad gefahren, ich habe 843 ½ Stunden im Sattel verbracht, 85.028 Höhenmeter mit dem Fahrrad hinter mir gelassen und nach 15.073 Kilometer war ich zurück. Ich war wieder Zuhause … am 01.07.2013 um 10.00 Uhr! …..

Es gab Höhen und Tiefen, Gegen- und Rückenwind und ich danke allen, die mich vor, während und nach meiner Reise motiviert und unterstützt haben.

Ich habe viel erlebt und gesehen, habe neue Freunde gewonnen und interessante Menschen getroffen. Neue Kulturen und Länder habe ich kennen gelernt. Diese Reise hat mich reicher gemacht und mein Universum dehnte sich aus. Es war eine tolle einzigartige Reise. „Das könnt ihr auch. Entdeckt die Welt, findet euren Weg und reist...“

 

… in diesem Sinne …

 

„Gute Reise … … … … … und kommt gesund zurück !!!“

 

Euer Patrick


Patrick – Die hellen Tage … !!!

Lissabon

306. Reisetag

11.457 Kilometer Rad

Zur Feier des Tages hatte ich mich in schwarz, rot und gold gekleidet, was mir aber erst beim Fotografieren am Grenzübergang nach Frankreich aufgefallen, wirklich nicht geplant war und mich selber sehr zum Lachen gebracht hatte. (-: Ich hatte Italien mit 1.999 Kilometern und stolzen 19.179 Höhenmetern hinter mir gelassen und fuhr nach Frankreich, entlang an der Cota d´Azur Richtung Monaco, immer dicht an der „Azurblauen Küste“. Schon auf den letzten Kilometern in Italien und auch in Frankreich fuhr ich teilweise auf sehr schön ausgebauten Radwegen mit Mittelstreifen und eigener Ampel. Es war ein schönes Fahren. Oft hielt ich an, um kleine Pausen einzulegen oder etwas zu essen und zu trinken oder einfach nur um die frische Luft und das Rauschen des Meeres zu genießen…

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