Russland

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Informationen beim Auswärtigen Amt



 

Datum Start Ziel Strecke Fahrzeit Durchschn. Geschw. Höhenmeter Bergauf Max Steigung Übernachtung
2012/08/11 Kotka Vyborg (Russland) 130.11 07:39 16.98 702 8% Hostel
2012/08/12 Vyborg Zelenogorsk 104.24 05:27 19.09 303 14% wild Zelten
2012/08/13 Zelenogorsk St. Petersburg 64.14 04:19 14.81 90 3% Hostel
2012/08/14 St. Petersburg Ruhetag Hostel
2012/08/15 St. Petersburg Ruhetag Hostel
2012/08/16 St. Petersburg Ruhetag Hostel
2012/08/17 St. Petersburg Moskau Hostel
2012/08/18 Moskau Hostel
2012/08/19 Moskau 20.5 01:15 15.91 50 6% Hostel
2012/08/20 Moskau Transsib Transsib
2012/08/21 Transsib Transsib
2012/08/22 Transsib Transsib
2012/08/23 Transsib Irkutsk Hostel
2012/08/24 Irkutsk Listvyanka 79.77 05:27 14.63 1124 11% Holzhütte
2012/08/25 Listvyanka Zeltplatz
2012/08/26 Listvyanka Zeltplatz
2012/08/27 Listvyanka Zeltplatz
2012/08/28 Listvyanka Irkutsk 67.82 04:17 15.78 977 9% Hostel
2012/08/29 Irkutsk Hostel
2012/08/30 Irkutsk Transsib Transsib
2012/08/31 Transsib Transsib

Fläche: 17.075.400Quadratkilometer

Einwohner: 142.905.200= 8 Einwohner je Quadratkilometer

Hauptstadt: Moskau

Pannen: Patricks Spiegel ist beim Fixieren abgebrochen, damit sind jetzt beide außer Gefecht

Wetter: In St. Petersburg schöne 25 Grad und Sonne, in Moskau etwas durchwachsener- Auf der Transsib Strecke haben wir wenig Kontakt zur Außenwelt gehabt. Am Baikalsee hatten wir bis auf einen Regentag Glück mit Sonne satt, abends wird es da aber sehr frisch.

Unterkünfte: In den Städten jeweils im Hostel, ansonsten einmal wild gezeltet und am Baikalsee auf einem Zeltplatz. Dazu drei Nächte im Zug.

Verpflegung: Russische Speisen, wie Borschtsch, Piroggen, Stollen und Bliny. Einige Tütensuppen in der Transsib und ein frischer Fisch am Baikalsee

Allg. Eindruck: Das größte Land der Welt hat nicht nur eine Vielzahl an unterschiedlichen Landschaften zu bieten, auch die Menschen sind bunt gemischt. Neben unfreundlichen Lebensgenossen, haben wir auch eine Vielzahl sehr hilfsbereiter kennengelernt, die uns gern weitergeholfen haben. Nach den ersten Tagen haben wir aufgegeben mit einem Lächeln der Verkäufer zu rechnen. Lernt man die Leute aber etwas kennen, entwickeln sich meist interessante Gespräche. So hat beispielsweise eine nette Angestellte des Hostels in St. Petersburg, neben den russischen Essgewohnheiten auch von den Abläufen bei der letzten Präsidentschaftswahl berichtet, als Wahlbeobachter kurz vor der Auszählung von einigen starken Männern abgeführt wurden. Auch die neue Gesetzgebung gegen Propaganda von Homosexualität wird zwar von der Mehrheit der Bevölkerung befürwortet, aber gerade innerhalb der jungen Generation hart diskutiert.

In den Städten liegen Reichtum und Armut teilweise nur einige Häuserblocks voneinander entfernt und offenbaren die große Schere innerhalb der Bevölkerung. Die Fahrt mit der Transsib schärfte schließlich nochmal die Sicht auf die Lebensweise der gemeinen Russen. Man ist gegenüber Ausländern prinzipiell offen und interessiert und teilt auch gerne sein Essen. Gerade wenn sie merken, dass man an ihrem Leben interessiert ist und z.B. nicht in der Luxusklasse fährt.

 


 

Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist laaaang

 

=>   Moskau - Irkutsk

 

Peking (China)

71. Reisetag

2.696 Kilometer

(Zug: ca. 8.600 KM)  

 Langsam schlaengelt sich der Zug Richtung MongoleiMythus Transsibirische Eisenbahn – die längste und legendärste Eisenbahnroute der Welt ist gewiss eines der Highlights unserer Tour. Mit dem Flieger kann man die Strecke in einem Bruchteil der Zeit zurücklegen, aber die Eindrücke der endlosen Weiten während der Fahrt zwischen den Kontinenten bleiben einem dabei verwehrt! 
„Wer langsam fährt, kommt weiter“ – das russische Sprichwort trifft auf die Fahrt mit der Transsib im Besonderen Sinne zu. Nicht nur, dass die Züge mit Schneckentempo an den Birkenwäldern der Taiga und den endlosen Weiten Sibiriens vorbeituckern, es wird dabei auch eine Distanz zurückgelegt die in Europa vom Nordkap bis Gibraltar reicht.

Unsere aufkeimenden Phantasien über die bevorstehende Fahrt mit der Kult-Eisenbahn und deren entspannter Atmosphäre müssen wir aber noch einen Moment hintenanstellen. Zunächst gilt es mit Sack und Pack zum Moskauer Bahnhof zu kommen. Schnell ist ein Taxi organisiert, bei unserem Gepäck bleibt hier aber nur noch Platz für einen von uns, der andere muss die U-Bahn nehmen. Die Moskauer Metro ist nebenbei gesagt sehr sauber und einige Haltestellen sind dank ihrer schmucken Innenräume eigene Sehenswürdigkeiten.

Am Bahnhof angekommen steigt unser Adrenalinspiegel. Nicht unbedingt weil wir den Zug erblicken, vielmehr haben wir Angst, dass wir mit dem gesamten Gepäck nicht einsteigen dürfen. Für den Notfall haben wir auf einen Zettel ein paar nette Sätze auf Russisch vorbereitet und ein Bündel Rubel parat gelegt. Aber alle Bedenken sind umsonst, der Einstieg wird uns gewährt, wenn auch nicht gerade mit einem Strahlen der Schaffnerinnen quittiert. Drinnen angekommen, treffen wir dann auf die Realität, in der wir die nächsten vier Tage und drei Nächte leben werden – 3. Klasse, auf Bahnrussisch „platzkartny“, auf Deutsch: 54 mittelgroße Pritschen, die in eine Art Schlafsaal auf Rädern gequetscht sind. Hier wird alles geteilt, nicht nur die beiden Toiletten, die sich jeweils am Wagonende befinden, sondern auch Gerüche und Geräusche. Privatsphäre ist hier gleich Null, dafür reisen wir so volksnah wie selten zuvor. 
Nach der ersten Stunde wechseln wir von der Eingewöhnungsphase in die Kennenlernphase, wir gehen auf die Suche nach den essentiellen Teilen der Reise: dem Fahrplan mit allen Stopps, dem Wasserboiler für die Tütensuppen und dem Speisewagen. Die Schaffnerinnen sprechen schonmal kein Wort Englisch, also versuchen wir bei den Abteilgenossen mit unserem russischen Spickzettel weiterzukommen und siehe da gleich beim ersten Versuch landen wir einen Volltreffer! Georgi, Soldat aus Moskau ist auf Familienbesuch unterwegs und freut sich sichtlich sein Schulenglisch endlich in der Praxis anwenden zu können :--) Er wird in den nächsten 80 Stunden Zugfahrt zu unserem Dolmetscher, Ratgeber, Englisch-Schüler und Freund.

Der Beweis, dass eine Bahnfahrt auch lustig sein kann :-)Aber erst einmal freuen wir uns auf unsere erste Nacht in der Transsib. Durch das gleichmäßige Rattern des Zuges werden wir auch schnell in den Schlaf gewiegt. Noch schneller sind wir aber wieder auf den Beinen, als um Mitternacht eine Gruppe von Männern in unser Schlafbereich kommt, den wir bisher nur mit einer süßen Omi teilen mussten. Von Nachtruhe scheinen die noch nichts gehört zu haben, so diskutiert der neue Abteilgenosse lauthals mit seinen Helfern und tritt mir dabei ohne es überhaupt wahrzunehmen auf den Fuß. Meinen folgenden tritt hat er dann schon eher gespürt :--) Nach einer halben Stunde kommt dann auch der alte Herr zur Ruhe, sodass wir wieder unseren verdienten Schlaf antreten können. Dieser wird zwei Stunden später abermals gestört, als eine Familie zusteigt und es sich erst einmal auf beiden Unterbetten gemütlich macht. Da hilft nichts, es muss wieder ein sanfter Fußtritt deutlich machen, dass es auch Leute gibt die versuchen zu schlafen. Spätestens jetzt wissen wir, wie volksnahes Reisen in der Praxis aussieht :--)

Am nächsten Tag, unser Realitätssinn ist mittlerweile schon größer, gehen wir gar nicht erst auf die Suche nach einer Dusche. Stattdessen muss ein Lappen für die morgendliche Wäsche herhalten. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht, schließlich warten draußen meist schon andere Reisende. Die Toilettengänge müssen ohnehin geplant werden, denn die Türen werden von den Schaffnern bei der Durchfahrt größerer Orte gnadenlos zugesperrt, damit die Notdurft nicht auf die Gleise fällt.    

Am Tag vertreiben wir uns die Zeit mit schlafen, lesen, aus dem Fenster gucken, essen und diversen Gesprächen. Fürs Essen gibt es prinzipiell drei Optionen: Tütensuppen mit Instant-Nudeln, der Besuch des Speisewagens (hier passen Preis und Leistung allerdings nicht zusammen) und schließlich die einheimischen Frauen an den Bahnsteigen, die selbst gemachte Piroggen, Kartoffeln mit Hühnchen, Fleisch und Fisch verkaufen. Unsere Ernährung wird fortan aus einer Mischung aus allen dreien bestehen.

Zur Konversationen haben wir neben unserem russischen Freund noch sechs Franzosen kennengelernt, die wie wir auf dem Weg zum Baikalsee sind. Zusammen verbringen wir die nächsten zwei Abende in einem Zwischenabteil - standesgemäß mit Wodka und Bier, was die durchlaufenden Schaffnerinnen regelmäßig die Haare zu Berg stehen lässt, schließlich sind sie von ihren einheimischen Fahrgästen einige Alkohol-Eskapaden gewöhnt. Nicht so bei uns, wenn die Flaschen leer sind, gehen wir brav ins Bett und schlafen leicht angeheitert rasch ein.       

Impressionen BaikalseeNach 80 Stunden und 5.200 Kilometern erreichen wir schließlich Irkutsk, das Tor zum Baikalsee. Vorerst haben wir genug vom Zugfahren und freuen uns auf die wunderschöne Natur. Nach einer Nacht in der kaum sehenswerten Stadt schwingen wir uns deshalb zügig auf die Räder, um die 70 Kilometer zum See zurückzulegen. Die Euphorie verfliegt allerdings, als wir den ersten Anstieg sehen und ahnen, dass es nicht der letzte sein wird. Nach über eine Woche ohne sportliche Aktivitäten fällt es uns doch sehr schwer voranzukommen, schließlich müssen wir auf dieser recht kurzen Strecke über 1.100 Höhenmeter überwinden. Als wir um halb zehn abends ankommen, hat es sich merklich auf 10 Grad abgekühlt. Umso froher sind wir, unsere französischen Freunde (5 sind übrig geblieben) wiederzutreffen. Mit ihnen werden wir die kommenden dreieinhalb Tage am Baikalsee verbringen. Zu unserem Glück sind zwei Jungs ausgebildete Köche aus Paris, sodass unserer wohlschmeckenden Verpflegung nichts mehr im Wege steht. Schließlich bietet der Baikalsee, der nicht nur der tiefste See der Welt, sondern auch das größte Süßwasser Reservoir der Erde ist, auch ausreichende Fische die wir verspeisen können. Ganz oben auf dem Speisezettel steht hier der Omul, der ausschließlich hier lebt und bei uns in der Folge sowohl geräuchert, gedünstet, als auch gegrillt auf den Tisch kommt.       
Die Hälfte der Zeit verbringen wir mit der Vorbereitung unserer abendlichen Barbecues, schließlich muss eingekauft, Feuerholz gehackt, der Grill angeschmissen und die Mahlzeiten zubereitet werden. Die restliche Zeit verbringen wir am wunderschönen See, erst mit Steine werfen, später mit einem Sprung ins glasklare Wasser. Das lädt mit ca. 12 Grad nicht gerade zu ausgiebigen Schwimmübungen ein, soll aber das Leben verlängern :--) Das soll ja bekanntlich auch ein Glas Wein. Gleich eine ganze Flasche Bordeaux bekommen freundlicherweise von einem französischen Ehepaar geschenkt. Ursprünglich nur nach den Wetteraussichten angesprochen (an dem Tag hat es nur geregnet), halten wir danach eine längere Konversation zusammen mit unseren Freuden über unsere verschiedenen Reiseplanungen. Als Dank für die nette Unterhaltung kaufen sie uns den Tropfen und geben uns noch die Kontaktdaten ihres Sohnes mit, der in Vietnam hochwertige Schokolade herstellt. Franzosen sind eben doch mit Leib und Seele Feinschmecker ;--)

Trotz der ganzen Futterei fällt uns der Rückweg nach Irkutsk merklich leichter als noch der Hinweg. In der Stadt angekommen, haben wir noch eineinhalb Tage um uns für die Weiterfahrt mit der Transsib vorzubereiten, das heißt Wäsche waschen, die nächste Unterkunft raussuchen und die Räder auseinanderbauen. Vor uns liegen zur Abwechslung mal wieder 33 Stunden Zugfahrt mit zwei Übernachtungen, um in die Mongolei zu kommen. So ein bisschen vermissen wir das Eisenbahnfahren auch schon wieder :--)

 

Beste Gruesse an alle

Patrick und Matthias

„Russland ist mit dem Verstand nicht zu begreifen…“   

(F. Tschutschew)

Irkutsk (Russland)

61. Reisetag

2.696 Kilometer

(Zug: ca. 6000 KM)      

Die Ruhe und Schönheit der finnischen Landschaft aufgesogen, haben wir uns wieder auf unsere zweirädrigen Freunde geschwungen und aufgemacht, um ins große Russland zu fahren.

Am Grenzübergang ist mal wieder ein Moment der Freude über die Wahl unseres Fortbewegungsmittels – die riesige Schlange von LKW, PKW und Bussen hinter uns lassend, haben wir uns an die Pole-Position vorgemogelt. Die ganze Grenzkontroll-Prozedur dauert dann trotzdem eine ganze Zeit, sodass wir das nächste Motel nach der Grenze anfahren wollen. Und schon geht’s los mit den Kommunikationsschwierigkeiten. Am Ende bleibt – nix Bett, alles voll, also weiter zum nächsten Hotel.Schließlich sind wir in Vyborg angekommen und das Spiel geht munter weiter- am Ende haben wir 7 Hotels abgeklappert (alle voll bzw. nicht für Ausländer). Auch eine Art seinen Abend zu verbringen! Es ist mittlerweile 21 Uhr und wir haben 130 Km in den Beinen – die gute Stimmung vom Tagesbeginn ist verflogen. Am Ende finden wir mit heimischer Hilfe (Danke Schatz :--)) und Kyrillischen Entschlüsselungskünsten von Patrick dann um 23 Uhr doch noch ein Hostel. Wir waren selten so froh das Wörtchen „Yes“ zu hören ;--)

Es sollte auch vorerst das letzte bleiben, schließlich sprechen nicht viele Russen Englisch. Das macht es uns auch nicht leicht am nächsten Tag einen Zeltplatz auf den Weg nach St. Petersburg ausfindig zu machen. Wir stehen also verzweifelt mit einem russischen Wörterbuch da, als uns ein nettes Pärchen wie gerufen zur Hilfe kommt. Nach 30 min Suche mit deren Smartphone rufen sie schließlich in einem Hotel an. 85 Euro sind uns aber viel zu teuer, sodass wir uns bedanken und für Wildzelten entscheiden. Das können die beiden nun gar nicht verstehen und bieten uns an, mit nach St. Petersburg im Auto zu nehmen. Das widerspricht aber unserem Vorhaben per Rad nach St. Petersburg einzufahren, sodass wir dieses Angebot dankend ablehnen. Schlussendlich fahren die beiden mit dem Auto voraus, um uns an einen nahegelegen See zu bringen. Hier wollen sie uns dann noch 3 Bananen und Rubel geben. Das Geld haben wir dankend abgelehnt, die Bananen mit einem Strahlen genommen – als gebürtige Ossis weiß man die ja bekanntlich zu schätzen :--) Ob die beiden das geahnt haben? :--)

Am nächsten Tag geht es dann weiter nach St. Petersburg - mit 5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Russlands. Dementsprechend lange hat die Fahrt ins Zentrum gedauert. Während der Fahrt bauen sich vor uns die imposanten Gebäude links und rechts des Flusses Newa auf und wir sind schon von Beginn an von der Stadt fasziniert. Unser Hostel liegt auf der Vorzeige-Straße „Newski Prospekt“, auf der sich Boutiquen aneinanderreihen und teure Autos auf und ab fahren. Auch die gigantische Eremitage, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt mit dem Winterpalast, liegt um die Ecke.
Will man das andere Russland sehen, muss man sich nur ein paar Straßenblocks von der Glitzermeile entfernen, hier beginnen die dreckigen Hinterhöfe und muffigen Treppenhäuser. Hier gesellen sich auch viele Betrunkene mit Bier und Wodka Flaschen.

Nach über vier Tage wechseln wir dann zum ersten Mal das Transportmittel und steigen in den Nachtzug nach Moskau. Ursprünglich war geplant diese Strecke auch mit dem Rad zurückzulegen, aber ein Kollege aus der Ukraine hat uns aus Risikogesichtspunkten davon abgeraten. Also machen wir zum ersten Mal Erfahrung mit den russischen Zügen. Klingt im ersten Moment nach Erholung, aber ist in Wahrheit fast anstrengender als Radfahren. Schließlich haben wir die verpackten Fahrräder auf der einen Schulter und die Radtaschen auf der anderen. Macht schlappe 50 Kg für jeden, da sind schon 300 Meter ausreichend, das der Schweiß in Rinnsalen runter läuft. Im Zug angekommen fühlt man sich dann gleich wie in einer russischen Banja (Sauna).Für weitere Aktivitäten sind wir danach zu müde, also geht es schnell ins 1,80 Meter große Bett, was für jemanden der 1,89 groß ist, zwangsläufig zu verkrampften Beinen führt. Die sieben Stunden sind aber schnell vorbei und wir in der russischen Hauptstadt Moskau. Hier heißt es erst einmal ein paar Stunden auf dem Bahnhof verbringen, weil wir um 5 Uhr noch nicht ins Hostel gehen können.

Moskau hat für uns nicht so viel zu bieten wie St. Petersburg. Hier reichen uns zwei Tage um einen Eindruck über die Atmosphäre und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – den Roter Platz, den Kreml und das altehrwürdige Kaufhaus GUM – zu bekommen. Wir nutzen hier auch die Zeit, um uns auf die bevorstehende Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn vorzubereiten. Sämtliche Hygienemittel werden eingepackt, schließlich soll es darum nicht so gut bestellt sein in der dritten Klasse im Zug. Im Gedanken, dass unser Zug erst am Abend startet, gehen wir den Tag langsam an. Das endet in dem Moment, an dem wir nochmal genau auf das Zugticket schauen und feststellen, dass wir nur noch zwei Stunden bis zur Abfahrt haben. Trotzdem führt der Blick auf die kleine Pappkarte zu einem großen Strahlen, denn da steht, dass wir in der zweiten Klasse fahren. Augenblicklich freuen wir uns auf ein geräumiges Abteil mit großen Betten. Dass das eher Wunschdenken als Realität ist, können wir schon zwei Stunden später feststellen, aber darüber berichten wir im nächsten Eintrag:--)…..

Viele Grüße

Patrick und Matthias